12. April 2012

Es wirkt so fern...


Es wirkt alles so fern,
nicht real, als wäre es taub gemacht.
Wann wache ich auf?
Wann befreit man mich?

Ich versuche meinen Weg zu finden,
den Weg zu gehen,
den Weg nicht mehr zu verlieren,
doch es geht nicht.

Es wirkt alles so fern,
nicht real, als wäre es taub gemacht.

©

10. April 2012

Dieser Ort...


Ich hoffe, dass es irgendwo diesen Ort gibt.
Einen Ort, an dem ich mich sicher fühlen kann.
Einem Ort, an dem mir nichts Schlimmes widerfahren wird.
Einen Ort, wo ich so sein kann, wie ich wirklich bin.
Doch wann werde ich ihn finden?
Ich muss hier raus.
Ich will nicht mehr warten.
Ich kann nicht mehr.
Von Tag zu Tag schwinden meine Kräfte immer mehr.
Hilf mir, diesen Ort zu finden.
Bitte hilf mir!



©

9. April 2012

Kurzgeschichte 2: Mein Leben? - Der schlimmste Horrorfilm!




Dunkelheit umgab mich, trotzdem fühlte ich mich sicher. Ich war alleine, saß auf dieser Brücke und lauschte dem Rauschen des Wassers tief unter mir. Meine Beine hingen nach unten, ich hatte keine Angst. Zumindest nicht vor der Dunkelheit oder der Höhe.
Man konnte die Hand vor Augen nicht sehen, was mich irgendwie beruhigte. So konnte man mir den Anblick schlimmer Dinge ersparen.
Plötzlich hörte ich sie meinen Namen rufen. Sie suchten nach mir. Warum? Warum konnten sie mich nicht einfach in Ruhe lassen? Sie würden mich zurückbringen, zurück in die Anstalt. Nein, ich bin nicht krank, ich bin nicht gestört. Was sollte ich nur tun? Was konnte ich tun? Ich wollte doch nur ein normales Leben führen. War das denn zu viel verlangt?
Mein Vater hatte mein Leben verändert. Nicht zum Positiven. Ich habe ihn geliebt, ihm vertraut. Meine Familie war der einzige Halt in meinem Leben, nachdem meine beste Freundin bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist. Ein junges Mädchen, das einfach so aus ihrem Umfeld gerissen wurde. Ihre Eltern sind – genauso wie sie – noch an der Unfallstelle gestorben. Jegliche Hilfe kam zu spät.
Für mich brach eine Welt zusammen, als ich die Botschaft übermittelt bekam. Ich konnte meine beste Freundin diesen Tag nicht erreichen, hatte mir Sorgen gemacht, die – wie sich im Nachhinein herausstellte – sehr berechtigt waren. Am nächsten Tag in der Schule verkündete unsere Klassenlehrerin, dass Sarah nicht mehr unter uns weilte. Im ersten Moment hatte ich es nicht realisiert, was sie da sagte. Es klang so unwirklich. Ich dachte, sie würde jeden Augenblick durch die Tür hereinspazieren und uns auslachen, weil wir unserer Lehrerin geglaubt hatten. Aber so war es nicht.
Jan und ich verbrachten nach dem Unglück viel Zeit miteinander. Er wollte mir helfen, mich ablenken, was ihm anfangs gelang. Wer Jan war? Ein guter Freund für Sarah, ein Bekannter für mich. Ich hatte zuvor nicht sonderlich viel mit ihm zu tun. Nach mehreren sinnlosen Diskussionen rund um positive Dinge, viel Gelächter und tiefsinnigen Gesprächen verliebte ich mich in ihn. Er meinte irgendwann, er würde dasselbe für mich empfinden, doch das war eine Lüge. Eines Tages rief Jan mich an, besser gesagt, sein Handy hatte sich selbständig gemacht. Er hatte es nicht mitbekommen, ich lauschte einen Moment und bemerkte, dass er sich mit seinen Kollegen unterhielt. Über mich. Sie lachten, feierten ihn, sagten, dass nur noch ein kleiner Schritt fehlen würde, dann hätte er die Wette gewonnen. Wette. Ich war für ihn also nur eine Wette?
Er war der Grund, warum ich noch leben wollte, warum ich mich auf dieser Welt halten konnte. Und jetzt? Dieses Leben war nicht fair! Aber ich konnte nicht aufgeben, nicht verschwinden. Meine Familie brauchte mich, ich brauchte sie. Sie würden für mich da sein, hoffte ich zumindest. Also ging ich ins Wohnzimmer und was ich dort sah, brandmarkte mein Leben. Mein Vater stand dort mit einem Messer in der Hand. Es lag überall Blut. Blut. So viel Blut. Meine Mutter auf dem Boden.
Mein Herz blieb für einen Augenblick stehen, meine Beine wollten sich nicht bewegen und da erblickte mich mein Vater. Er drehte sich um, kam auf mich zu. Wollte er mir etwas antun? So wie meiner Mutter? Plötzlich konnte ich mich aus der Starre befreien, lief die Treppe hinunter und verließ das Haus. Hinter mir hörte ich Schritte, die Schritte meines Vaters. Er war mir dicht auf den Fersen, doch ich blieb nicht stehen, drehte mich nicht um. Ich lief, so lange bis ich nicht mehr konnte, bis mich meine Beine nicht mehr tragen wollten. Mein Handy, meine Geltasche, alles hatte ich zuhause liegen lassen, also klopfte ich an einem Haus und eine freundliche Frau öffnete die Tür. Sie ließ mich ins Haus, ich konnte die Polizei anrufen und diese nahmen meinen Vater fest. Und was war mit mir? Mich steckten sie in eine Anstalt.
Ich saß immer noch auf dieser Brücke in der Dunkelheit, hörte sie nach mir rufen. Noch waren sie entfernt von mir. Wie weit, wusste ich nicht. Weit genug. Ich hatte keine Lust mehr, keine Kraft mehr. Alles, was ich tue, erscheint so sinnlos. Niemand war mehr auf dieser Welt, dem ich vertrauen konnte.
„Mama, Sarah, ich komme zu euch“, flüsterte ich und sprang.

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Erinnerungen...


Ich erinner mich zurück
zurück - an eine bessere Zeit,
an eine unbeschwertere Zeit,
an eine Zeit, in der ich mir keine Gedanken machen musste,
in der alles so aufregend, spannend war.

Warum kann es heute nicht mehr so sein?
Schule hier, Freunde und Familie dort,
die Liebe? Überall und doch nirgendwo.
Erwartungen steigen und steigen,
das Erfüllen wird immer schwerer…

Ich erinner mich zurück
zurück - an eine bessere Zeit,
an eine Zeit, in der noch nicht so viel von mir erwartet wurde,
an eine Zeit, wo ich nicht nach meinen Taten beurteilt wurde.
Ich war ja noch so jung, ein Kind
und hatte keine Ahnung vom Leben..

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Kurzgeschichte 1: Erlösung


Langsam atmete das Mädchen ein und aus. Sie genoss es, alleine zu sein und nichts tun zu müssen. Kein Geschrei, kein Schluchzen, kein Heulen. Gar nichts. Früher hasste sie die Stille, doch inzwischen hat das Mädchen sie lieben gelernt. Ihre Schwester war bei einer Freundin, ihre Mutter war immer noch arbeiten und ihr Vater... keine Ahnung. Wahrscheinlich stand er im unteren Stock und genehmigte sich ein Glas Schnaps nach dem anderen. Bis die Flasche leer war. Und die nächste. Wenn ihre Mutter ihn nicht aufhielt, trank er, bis er nicht mehr konnte.
Welche Gründe er hatte, war dem Mädchen unklar. Warum? Warum tat er das? Warum musste er so viel zerstören? Inzwischen konnte sie ihrem Vater nicht einmal mehr in die Augen sehen. Sie konnte es nicht mehr. Ihr Vertrauen in ihn war weg.
Wie sollte das Mädchen irgendwann wieder normal mit ihm reden? Sie hatte keine Antwort auf all die Fragen, die in ihrem Kopf herumschwirrten. Bis vor kurzem lebte das Mädchen noch in einer heilen Welt. Sie machte sich Sorgen und Gedanken um ihre Freunde, die Liebe, die Schule und sonstige Dinge, die Jugendliche in ihrem Alter so beschäftigten. Früher war sie manchmal unzufrieden mit sich und ihrer Situation, doch nun wünscht sie sich ihr altes Leben zurück. Ein Leben, in dem sie nicht so viel Verantwortung übernehmen musste. Ein Leben, in dem sie mehr oder weniger tun und lassen konnte, was sie wollte, sofern sie ein paar Vorschriften einhielt. Die Regeln machten ihr nichts aus.
Das Mädchen war früher stolz, wenn sie sagen konnte, sie habe eine heile Familie. Das gehört der Vergangenheit an. Ihre Familie war alles andere als toll. Es war alles andere als ein Zusammenhalt. Das Mädchen sorgte dafür, dass ihre kleine Schwester gute Noten in der Schule schrieb. Natürlich litten ihre Noten darunter. Zwischen Geschrei, Streit und dem Schulkram der Kleinen blieb nicht viel Zeit für sie. Wenn sie am Tag ein paar Minuten für sich hatte, verbrachte das Mädchen diese bei Freunden oder in ihrem Zimmer. Sie sperrte sich ein, drehte die Musik auf und klappte ihren Laptop auf. Im Internet fand sie jemanden, dem sie alles anvertrauen konnte, der sie verstand. Ein paar Freunde, die sie aufmunterten und ihr helfen wollten. Doch ihr konnte niemand helfen. Wie sollten sie auch? Was konnten sie tun? Sie taten schon genug, indem sie dem Mädchen zuhörten und sie irgendwie doch zum Lachen brachten.
"Irgendwann werde ich gehen", sagte das Mädchen in die Stille. "Irgendwann werde ich diesen Ort verlassen. Ich werde mich nicht mehr umdrehen. Ja, ich werde gehen." Kaum waren diese Worte ausgesprochen, stand sie auf, ging zu ihrem Schreibtisch und holte ein Schulheft heraus, um noch ein wenig für den morgigen Test zu lernen. Es musste ja sein. Ihr blieb keine andere Wahl, wenn sie hier so schnell wie möglich weg wollte. Noch ein Jahr länger würde sie nicht schaffen. Nach knapp drei Monaten ist das Mädchen seelisch am Ende ihrer Kräfte angekommen. Sie kann und will nicht mehr.
Die Minuten vergingen und wurden zu Stunden. Nichts im Haus rührte sich. Das Mädchen konzentrierte sich gerade auf ihre Hausaufgaben, als sie ein Ächzen hört. Sie denkt sich nicht viel dabei. Das Haus, in dem sie und ihre Familie leben, besteht zu einem großen Teil aus Holz. Es gibt öfters solche Geräusche von sich. Dennoch dreht sie die Musik etwas leiser.

Das Mädchen arbeitet weiter an der Aufgabe, die sie vorhin begonnen hatte. Einige Sekunden, die ihr wie Minuten erscheinen, verstreichen. Sie hört, wie die Haustür schließt. "Endlich", sagte das Mädchen zu sich selbst. "Jetzt bin ich wenigstens nicht mehr allein zu Hause mit ihm." Ihre Mutter und ihre Schwester rufen ein kurzes "Hallo". Alle zu Hause. Das Mädchen schließt ihre Hefte, packt ihre Schultasche für den nächsten Tag und geht nach unten, um ihre Mutter zu begrüßen. Sie schloss gerade die Tür zu ihrem Zimmer, als sie Schreie hörte. Hilfeschreie.
Ihre Schwester kreischte. In ihrer Stimme lag Angst. Panisch schrie sie weiter, bis sie verstummte. Das Mädchen blieb auf dem Weg zur Treppe stehen und lauschte. Man hörte ein Keuchen, gefolgt von einem Geräusch, das sie nicht erkannte, bis alles wieder still wurde. Nichts rührte sich im Haus. Die Zeit schien still zu stehen. Das Mädchen zitterte. Was würde sie unten erwarten? Sollte sie überhaupt runtergehen?
Langsam setzte sie einen Fuß vor den anderen. Langsam stieg sie die Treppen hinunter. Eine nach der anderen. Sie versuchte, so leise wie nur möglich zu sein. Das Mädchen gab kein Geräusch von sich. "Papa?", rief sie, bevor sie den Raum betrat. Sie hörte, wie ihr Vater sein Glas auf den Tisch stellte und sich langsam in Richtung Tür bewegte. Sonderlich schnell fortbewegen konnte er sich nicht. Das Mädchen ging zur Tür und öffnete diese. Sie sah am Boden vor dem Eingang zur Küche eine Blutspur. Sehr viel Blut. Dem Mädchen wurde beinahe schwarz vor Augen. Ihr Blick wanderte von der Blutspur zu ihrem Vater, der nur noch ein paar wenige Meter von ihr entfernt war. In der rechten Hand ein Messer.
"Hast du deine Hausaufgaben schon erledigt?", wollte ihr Vater wissen. Hausaufgaben. Wie konnte er in diesem Moment nur danach fragen. Das Mädchen nickte. Ihr Vater ging wieder zurück und genehmigte sich ein weiteres Glas Schnaps. Sie stand in der Tür, am Eingang zur Küche das Blut, ihr Vater nur einige Schritte davon entfernt. Vorsichtig näherte das Mädchen sich der Küche. Sie wusste nicht, was sie dort erwarten würde. Ihren Vater ließ sie vollkommen aus den Augen, als sie sah, was nur kurze Zeit vorher passiert war. Ihre Mutter lag blutüberströmt am Boden. Sieben Stiche in die Brust. Ihre Mutter sah ihr in die Augen. Man sah in ihrem Blick, dass es ihr leid tat. Ihr tat es leid, dass sie ihre Kinder in diese Geschichte hineingezogen hatte. Ihr tat es leid, was ihr Mann tat. Dann schloss sie ihre Augen für immer. Das Mädchen brach zusammen. Schluchzend saß sie neben ihrer Mutter.
Da erblickte sie ihre kleine Schwester, die zur Seite gedreht neben dem Tisch lag. Sie kehrte ihr den Rücken zu. Ihr T-Shirt war voller Blut. War das ihr Blut oder das ihrer Mutter? Das Mädchen wollte ihre Schwester nicht umdrehen. Sie hatte Angst. Große Angst vor dem, was sie erblicken könnte.
Plötzlich stand ihr Vater hinter ihr. Er packte das Mädchen an der Schulter und riss sie hoch. Sie sah den Wahnsinn in seinen Augen. "Warum?", flüsterte das Mädchen.

Das letzte, was das Mädchen sah, waren die Augen ihres Mörders.
Das letzte, was das Mädchen spürte, waren sieben Stiche.
Das letzte, was das Mädchen wahrnahm, waren diese Schmerzen im Brustbereich.
Das letzte, was das Mädchen vor sich sah, war die Klinge des Messers, die ihr alles nahm und sie gleichzeitig von allem erlöste.

Zwei Wochen später verschaffte sich die Polizei Zutritt zu der Wohnung. Es roch nach Verwesung. Die Polizei fand vier Leichen. Eine Frau und zwei Kinder in der Küche. Erstochen. Mit sieben Stichen in der Brust. Und einen Mann. Auf dem Sofa. Mit durchtrennten Hauptschlagadern. Seine Hand umklammerte die halbleere Schnapsflasche.



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Hallo :D

Heyho ihr Lieben :D
Ich werd hier immer wieder Kurzgeschichten, Sprüche und so weiter posten :) Die meisten Sachen werden wohl von mir sein, also hoffe ich, dass euch mein Blog gefällt :D
Wenn nicht, würd ich mich natürlich über Verbesserungsvorschläge freuen.

Danke & viel Spaß noch (: